Neue Satzung

Am 24.03. hatten wir neben der Demo noch eine Mitgliederversammlung, in der wir eine neue Satzung beschlossen haben. Wir starten natürlich auch einen neuen Versuch diese eintragen zu lassen. Es wurden einige Stellen stark bearbeitet, um unsere Ziele verständlicher darzustellen und Missverständnisse auszuräumen. Hier die wichtigsten Änderungen:

 

§ 3 (Begriffsdefinition)

Zoosexualität ist der Oberbegriff für eine auf Tiere bezogene Sexualität, wobei alle sexuellen Beziehungen und Handlungen zwischen Mensch und Tier eingeschlossen sind, aber die Art der sexuellen Motivation unbeachtet bleibt.

Zoophilie ist die partnerschaftliche Liebe zum Tier, die mit einer zoosexuellen Orientierung einhergeht, aber die eine Ausübung von zoosexuellen Handlungen nicht beinhalten muss. Die Betonung liegt bei diesem Begriff auf -philia (Liebe) und nicht auf Sexualität. Die alltäglichen zoophilen Beziehungen zeigen eine starke Emotionalität und Zuneigung zum Tier und haben nichts oder nur wenig mit Sexualität zu tun.

Daher können Zoosexualität und Zoophilie nicht gleichgesetzt werden.

 

§ 4 (Zweck des Vereins)
Zoophile Mitmenschen waren, sind und werden immer Teil unserer Gesellschaft sein. Sie haben die gleichen verfassungsmäßigen Rechte und Pflichten wie jeder andere Bürger. Im Rahmen dieser freiheitlich-demokratischen Grundordnung haben sie innerhalb der Grenzen der Gesetze das Recht auf freie Entfaltung ihrer Persönlichkeit und müssen sich vor Diskriminierungen geschützt wissen.

Der Verein möchte einen friedlichen Dialog zwischen Zoophilen und Nicht-Zoophilen in unserer Gesellschaft erreichen. Durch sachliche Erörterung dieser Thematik soll gemeinsam ein Konsens erarbeitet werden, unter welchen Bedingungen eine offen gelebte Zoophilie ohne gesellschaftliche Benachteiligung möglich ist. Dieser Konsens soll jedem Zoophilen und Nicht-Zoophilen als einfache Richtlinie dienen, welche zoophilen Handlungen in unserer Gesellschaft toleriert werden und somit den Weg für ein nachhaltiges tolerantes Miteinander ebnen.

a) Zweck des Vereins ist die Förderung der gesellschaftlichen Verständigung (Völkerverständigung) sowie der Wissensvermittlung über Leben und Eigenschaften der Zoophilen (Volksbildung). Der Satzungszweck wird verwirklicht insbesondere durch das Aufzeigen der Art und Weise, wie zoophile Menschen und ihre tierischen Partner in unserer Gesellschaft leben (ohne den evtl. sexuellen Aspekt zu beleuchten).

Der Verein:

  • erstellt oder unterstützt Dokumentationen und Interviews
  • ist öffentlicher Ansprechpartner
  • schafft eine Plattform und ist Sprachrohr für persönlichen Meinungen einzelner Zoophiler

b) Zweck des Vereins ist die Förderung von Wissenschaft, Forschung und Volksbildung. Der Satzungszweck wird verwirklicht insbesondere durch die Unterstützung von unabhängigen Dritten (Universitäten, Forschungsinstitute, Sachkundige,…), um allgemeine Erkenntnisse über die zoophile Orientierung und zoosexuelle Handlungen zu erlangen. Nachweise über Einvernehmlichkeiten und positive wie auch negative Auswirkungen auf Tiere wären wichtige Fakten, über die der Verein sachlich informieren könnte, um den Dialog für einen gesellschaftlichen Konsens voran zu treiben.

Der Verein:

  • unterstützt die Forschung und Wissenschaft von unabhängigen Dritten, um neue Erkenntnisse über die zoophile Orientierung und zoosexuelle Handlungen zu erlangen.
  • schafft eine Plattform, um über die wissenschaftliche Erkenntnisse sachlich zu informieren
  • erstellt und unterstützt die Erarbeitung von Umfragen, um Erkenntnisse über den Stand des gesellschaftlichen Konsenses zu erlangen

c) Zweck des Vereins ist die Förderung des Tierschutzes und der Kriminalprävention. Der Satzungszweck wird verwirklicht insbesondere – im Rahmen der deutschen Rechtsordnung – durch Mitwirkung beim Kampf gegen negative Erscheinungsformen der Zoosexualität.

Der Verein:

  • informiert über aktuelle Fälle zoosexueller Straftaten, um Hilfe für Aufklärung zu erhalten
  • hilft aktiv bei der Recherche, Aufklärung und Überführung zoosexueller Straftäter
  • betreibt Präventiv-Aufklärung für Tierhalter zum Schutz vor ungewollten zoosexuellen Übergriffen

 

§ 5 Eventuelle Konfliktmöglichkeiten mit Gesetzen

5a) Tierschutzgesetz insbesondere § 17

Der Verein als solcher ist nicht Besitzer oder Eigentümer von Tieren und betreibt keinerlei körperliche Handlungen mit diesen; ferner betreibt er selbst im Rahmen des Vereinsziels in § 4b keine Forschungen über zoosexuelle Handlungen, so dass folglich auch keine sexuellen oder tierquälerischen Handlungen stattfinden können, die möglicherweise im Konflikt mit dem Tierschutzgesetz stehen. Ferner kann dem Verein nicht der Vorwurf der Anstiftung zu einer Straftat (§ 26 StGB) gemacht werden, da er ausschließlich sachlich und wissenschaftlich informiert. Das Vereinsziel 4c) zeigt sogar deutlich, dass der Verein sich nicht nur ausdrücklich gegen sexuell quälerische Handlungen ausspricht, sondern sogar – im Rahmen der deutschen Rechtsordnung – den Kampf gegen diese als Vereinsziel statuiert. Zudem muss sich jedes Vereinsmitglied einem satzungsgemäßen Ausschlussverfahren stellen, wenn seine privaten oder vereinsinternen Aktivitäten in irgendeiner Weise gegen das Tierschutzgesetz verstoßen (vgl. § 8c).

 

5b) StGB § 184a

Dem Verein ist der eindeutige Unterschied zwischen Pornografie und wissenschaftlichen Informationen bewusst. In diesem Zusammenhang legt er besonderen Wert darauf, seine Vereinsziele unter Einhaltung des § 184a StGB zu verwirklichen. Zudem muss sich jedes Vereinsmitglied einem satzungsgemäßen Ausschlussverfahren stellen, wenn seine privaten oder vereinsinternen Aktivitäten in irgendeiner Weise gegen § 184a StGB verstoßen (vgl. § 8c).

 

5c) Sittlichkeit

Der Bundesgesetzgeber hat im Rahmen der Großen Strafrechtsreform von 1969 die sexuelle Selbstbestimmung als Grundkonsens über eine christlich-moralisch definierte Sittlichkeit gestellt und festgelegt, dass nur Taten bestraft werden, bei denen ein Rechtsgut verletzt wird. Insofern sind zoophile Handlungen zum beiderseitigen Vergnügen sittlich einwandfrei, da der Gesetzgeber mit der Abschaffung des §175b StGB die “widernatürliche Unzucht” als keine rechtsgutverletzende Tat mehr definiert hat. Überdies gilt das in § 5a Gesagte: Die Vereinstätigkeit hält sich ganz im Rahmen der Sittlichkeit, auch wenn der Untersuchungsgegenstand Sittlichkeitsgefühle berühren kann. Darüber hinaus wäre es in Zeiten des Diskriminierungsschutzes sexueller Identitäten als unsittlich anzusehen, eine sexuelle Identität als unsittlich zu diskriminieren.